standard-logo

05.02.2026

Dritte Orte, Porträt

Wilsters Wohnzimmer

Der ehrenamtlich geführte, gemeinnützige Verein Alte Schule – Bildung und Kultur Wilstermarsch e.V. gründete sich im Jahr 2015, um das historische Schulgebäude in Wilster als Kulturzentrum zu erhalten. Nachdem dieses Projekt scheiterte, bezog der Verein 2016 das Kulturhaus im Stadtkern der Stadt, das sich schnell zu „Wilsters Wohnzimmer“ entwickelte und in dem das Engagement seither fortbesteht und stetig erweitert wird. Mit dem Anspruch, das Besondere in die ländliche Region zu bringen, entwickelte sich über die Jahre ein vielfältiges Kulturprogramm mit einer engagierten Bürgerbühne. Es entstand ein kultureller Leuchtturm in der ländlichen Wilstermarsch und zugleich ein Anziehungspunkt für den Kreis Steinburg.

kulturhaus wilster außen thomas brade
Das Kulturhaus Wilster in Schleswig-Holstein © Thomas Brade

Seit der Pandemie entwickelte sich das Kulturhaus kontinuierlich weiter, passte sein Angebot an und erweiterte es. Heute ist der soziokulturelle Charakter noch stärker ausgeprägt. Das Kulturhaus ist fest in der Kommune und der Stadtgesellschaft verankert, als Dritter Ort anerkannt und ein nicht mehr wegzudenkender Treffpunkt für die Menschen in der Marschenstadt. Bewährte Formate wie das klassische Kulturprogramm und die Bürgerbühne werden erhalten, neue Kooperationen und Angebote kommen hinzu: etwa Open Stage, Kinderprogramme oder gemeinschaftliche Angebote wie das Frühstück in Gemeinschaft, die Plattdütsche Kaffeetied oder die Kooperation mit der Initiative für Demokratie, Menschlichkeit und Vielfalt. Diese erweitern das Angebot, sorgen für eine hohe Auslastung und sprechen immer wieder neue Menschen an.

Porträt Business und Corporate Fotografie
Kerrin Nagel ist die Leiterin des Kulturhauses und berichtet am 5. März 2026 in unserem Webtalk Dritte Orte der Soziokultur über Wilsters Wohnzimmer. © Jens Hannewald, Brava Studios Hamburg

Den Erfolg dieser Entwicklung beschreibt eindrucksvoll die „Mission Rettung Kulturhaus“ in den Jahren 2023 und 2024. In einem gemeinsamen Kraftakt des Vereins, seiner Mitglieder sowie zahlreicher Unterstützer*innen aus Privatpersonen, Unternehmen und der Kommune konnte das vom Verkauf bedrohte Kulturhaus vom Verein erworben werden. Ein Projekt, das in dieser Form Modellcharakter hat und zeigt, dass in ländlichen Regionen Entwicklungen entgegen dem Trend möglich sind und die handelnden Akteur*innen die Bedeutung von Dritten Orten erkennen.


Kerrin Nagel berichtet am 5. März 2026 in unserer Webtalk-Reihe Treffpunkt Soziokultur zum Thema Dritte Orte der Soziokultur über Wilsters Wohnzimmer.

Ähnliche Artikel

 

07.07.2026

Aktuelles, Allzeitorte, Demokratie, Dritte Orte

Inspirierender Auftakt: Allzeitorte Webtalkreihe gestartet

Am 17. Juni 2026 fand der Auftakt unserer Reihe Allzeitorte Webtalk | Wir sprechen uns statt. Er zeigte, wie wertvoll der Austausch untereinander ist, und wie viel wir voneinander lernen können. In unserem ersten Webtalk ging es um das Thema: [...]

Mehr lesen
 

02.07.2026

Dritte Orte, Kulturpolitik, Studie

Soziokulturelle Zentren bieten räumliche und soziale Infrastruktur

Eine neue Studie des Instituts für Kulturelle Teilhabeforschung untersucht die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und stadtgestaltenden Wirkungen von Kultur in Berlin. Für die Soziokultur besonders relevant: Die Studie hebt soziokulturelle Zentren ausdrücklich als Orte hervor, die Begegnung ermöglichen und räumliche wie soziale [...]

Mehr lesen
 

30.06.2026

Netzwerk, Porträt, UTOPOLIS

Soziokultur im Film

Im Programm „UTOPOLIS. Soziokultur im Quartier“ arbeiteten Projektteams aus soziokulturellen Zentren über fünf Jahre hinweg daran, Bewohner*innen ihres Viertels zur aktiven Mitgestaltung ihres Umfeldes anzuregen. Regisseur Matthias Coers begleitete die Akteur*innen aller UTOPOLIS-Standorte. Er fing das Werken und soziokulturelles Wirken [...]

Mehr lesen