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02.07.2026

Dritte Orte, Kulturpolitik, Studie

Soziokulturelle Zentren bieten räumliche und soziale Infrastruktur

Studie des Instituts für Kulturelle Teilhabeforschung

Eine neue Studie des Instituts für Kulturelle Teilhabeforschung untersucht die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und stadtgestaltenden Wirkungen von Kultur in Berlin. Für die Soziokultur besonders relevant: Die Studie hebt soziokulturelle Zentren ausdrücklich als Orte hervor, die Begegnung ermöglichen und räumliche wie soziale Infrastruktur bereitstellen.

Soziokulturelle Zentren als Dritte Orte

Die Studie beschreibt Kulturorte als „Dritte Orte“: als offene und leicht zugängliche Räume, die Begegnung, Austausch und gemeinschaftliche Aktivitäten ermöglichen. Dabei heißt es:

„Bibliotheken und soziokulturelle Zentren sind in diesem Feld bereits sehr aktiv.“

Für diese Einordnung greift die Studie auch auf die bundesweite Statistik des Bundesverbands Soziokultur zurück. Demnach stellen 37 Prozent der erfassten soziokulturellen Zentren nicht kommerzielle Räume wie Ateliers, Coworking- oder Proberäume zur Verfügung. Bei 40 Prozent gehört eine dauerhafte Gastronomie zum Angebot.

„Soziokulturelle Zentren bieten (auch) räumliche und soziale Infrastruktur.“

Kulturförderung wirkt über den Zuschuss hinaus

Auch wirtschaftlich wirkt Kulturförderung weit über den unmittelbaren Förderbetrag hinaus. In Berlin erzeugt ein Euro öffentlicher Kulturförderung im Durchschnitt 3,56 Euro wirtschaftliche Rückflüsse in der Stadt. Berücksichtigt werden unter anderem Beschäftigung, Aufträge an Unternehmen und die Ausgaben des Publikums.

Eine aktuelle Auswertung der Stadt Leipzig zur Freien Kunst- und Kulturszene zeigt mit einer anderen Berechnung ebenfalls die Hebelwirkung öffentlicher Förderung: Dort mobilisiert ein Euro kommunaler Förderung rechnerisch zusätzlich 3,20 Euro aus Eigenmitteln, Drittmitteln oder weiterer öffentlicher Finanzierung.

Dauerhafte Aufgaben brauchen dauerhafte Förderung

Die Studie empfiehlt, Kulturangebote stärker als zentrale Räume sozialer Integration anzuerkennen. Projektförderung könne neue Ansätze ermöglichen. Langfristig brauche es jedoch dauerhafte Förderung, damit erfolgreiche Modelle in die Regelarbeit übergehen können.

Im Gespräch mit Deutschlandfunk Kultur betont Studienleiterin Vera Allmanritter zudem, dass die Ergebnisse nicht für eine Konzentration auf große Häuser sprechen. Entscheidend sei vielmehr:

„Es ist das Gesamtzusammenspiel aller Akteur*innen.“

Die Freie Szene habe einen hohen Anteil an der kulturellen Produktion und präge das Bild der Stadt maßgeblich.

Erkenntnisse über Berlin hinaus

Die konkreten wirtschaftlichen Kennzahlen beziehen sich auf Berlin und lassen sich nicht unmittelbar auf das gesamte Bundesgebiet übertragen. Viele der beschriebenen Wirkungszusammenhänge sind jedoch auch bundesweit relevant: Soziokulturelle Zentren sichern kulturelle Teilhabe, stärken Begegnung und Engagement und tragen zur Entwicklung stabiler Quartiere und Regionen bei.

Zur Studie „Kultur als Standortfaktor in Berlin“ des Instituts für Kulturelle Teilhabeforschung

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