Digitalisierung und Künstliche Intelligenz in der Soziokultur
Die digitale Transformation verändert auch die Soziokultur. Sie betrifft Kommunikation, Organisation, Daten, Teilhabe und die Art, wie Einrichtungen arbeiten und mit ihren Zielgruppen in Kontakt treten. Der Bundesverband Soziokultur gestaltet diese Entwicklungen aktiv mit und schafft Orientierung für die soziokulturelle Praxis.
Im Mittelpunkt stehen praxistaugliche Anwendungen, verantwortungsvoller Umgang mit digitalen Technologien und die Frage, wie Digitalisierung gemeinwohlorientiert gestaltet werden kann.
Digitale Werkzeuge und Prozesse
Ein wichtiger Bestandteil der Digitalisierungsarbeit im Verband ist die Weiterentwicklung administrativer Abläufe und gemeinsamer Arbeitsstrukturen. Mit CiviCRM nutzt der Bundesverband ein Open-Source-CRM-System, um Verwaltungsprozesse zu strukturieren, Antragsverfahren zu vereinfachen und Arbeitsabläufe transparenter zu gestalten.
Digitale Lösungen unterstützen die Zusammenarbeit in Projekten und Programmen, erleichtern Wissensmanagement und helfen dabei, Ressourcen effizient einzusetzen.
Nachhaltige Digitalisierung
Digitalisierung bedeutet auch Verantwortung im Umgang mit Ressourcen. Der Bundesverband stellt mit der Anleitung „Nachhaltige Digitalisierung“ konkrete Hinweise für den Arbeitsalltag zur Verfügung.
Im Mittelpunkt stehen ein bewusster Umgang mit digitalen Geräten, Daten und Energie sowie die Frage, wie digitale Infrastruktur möglichst ressourcenschonend genutzt werden kann.
Dashboard Soziokultur
Das Dashboard Soziokultur macht statistische Daten zur Soziokultur sichtbar und nutzbar. Es wurde als Projekt des Bundesverbands Soziokultur mit Förderung des Fonds Soziokultur entwickelt und steht nun als digitales Instrument zur Verfügung.
Die Daten werden über regelmäßige Umfragen aktualisiert. So entsteht eine fortlaufend nutzbare Grundlage, um Entwicklungen in der Soziokultur nachvollziehbar darzustellen und die Leistungen der Einrichtungen gegenüber Politik, Verwaltung, Förderern und Öffentlichkeit sichtbar zu machen.
Künstliche Intelligenz als aktueller Schwerpunkt
Aufbauend auf den bisherigen Erfahrungen mit digitalen Werkzeugen setzt der Bundesverband Soziokultur 2026 einen Schwerpunkt auf Künstliche Intelligenz. KI verändert Arbeitsprozesse, Kommunikation, Kulturproduktion und gesellschaftliche Debatten. Für die Soziokultur ist sie deshalb zugleich ein praktisches Werkzeug und ein öffentliches Thema, das kritisch begleitet und demokratisch gestaltet werden muss.
Mit der Qualifizierungsreihe „KI-Lotsen“ baut der Bundesverband gemeinsam mit Vertreter*innen aus Landesverbänden und soziokulturellen Einrichtungen Wissen und Kompetenzen im Verband auf. Die Reihe wird in Zusammenarbeit mit der Akademie für Ehrenamtlichkeit Deutschland durchgeführt. Im Mittelpunkt stehen konkrete Anwendungsfelder wie Öffentlichkeitsarbeit, Fördermittelmanagement, Organisation, Barrierefreiheit, Wissensmanagement und Projektentwicklung.
Gleichzeitig geht es um Datenschutz, Urheberrecht, diskriminierende Verzerrungen, Transparenz, Nachhaltigkeit und die Qualität KI-generierter Inhalte. KI wird dabei nicht als reine Tool-Frage verstanden, sondern auch als Thema der Organisationsentwicklung: Gute Daten, klare Prozesse und gemeinsame Leitlinien sind entscheidend für einen verantwortungsvollen Einsatz.
Die Qualifizierungsreihe verbindet Workshops, Austauschformate und ein bundesweites KI-Barcamp. So sollen Erfahrungen sichtbar gemacht, Unsicherheiten abgebaut und Wissen in die Breite getragen werden.
Code of Conduct „Demokratische KI“
Der Bundesverband Soziokultur hat den Code of Conduct „Demokratische KI“ von D64 – Zentrum für Digitalen Fortschritt mitunterzeichnet. Damit setzt der Verband einen klaren Orientierungsrahmen für den verantwortungsvollen Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Soziokultur.
Der Code versteht KI nicht allein als technologische Entwicklung, sondern als gesellschaftliche Gestaltungsaufgabe. Im Mittelpunkt stehen Transparenz, Menschenzentrierung, Teilhabe, diskriminierungskritische Perspektiven, Verantwortung, Kompetenzaufbau und ökologische Nachhaltigkeit.
Für soziokulturelle Einrichtungen schafft der Code eine Grundlage, um KI-Anwendungen reflektiert einzusetzen, Risiken abzuwägen und eigene Strategien für den digitalen Wandel zu entwickeln.
Mit der Mitzeichnung unterstreicht der Bundesverband Soziokultur seinen Anspruch, digitale Transformation im Sinne von Demokratie, sozialer Verantwortung und fairer Teilhabe zu gestalten.
Beiträge zum Thema Digitalisierung
19.05.2026
KI-Lots*innen starten Qualifizierungsreihe
Wie kann Künstliche Intelligenz verantwortungsvoll, kritisch reflektiert und praxisnah in der Soziokultur eingesetzt werden? Mit dieser Frage beschäftigten sich Vertreter*innen aus Landesverbänden, soziokulturellen Einrichtungen und dem Bundesverband Soziokultur beim Auftakt der KI-Lots*innen am 11. und 12. Mai 2026 in Berlin. [...]
Mehr lesen23.04.2026
Open Call: ARTIFICIAL – Kunst & KI Festival 2027
Vom 19. bis 21. Februar 2027 findet in der die börse in Wuppertal das Festival ARTIFICIAL – Kunst & KI statt. Künstler*innen, freie Gruppen und soziokulturelle Einrichtungen aus ganz Deutschland sind eingeladen, Projekte einzureichen, die sich künstlerisch mit Künstlicher Intelligenz [...]
Mehr lesen27.01.2026
Digitalität und Soziokultur
Wie verändert Digitalität die soziokulturelle Arbeit? Welche Chancen und Herausforderungen ergeben sich für Quartierarbeit, Gemeinwesenarbeit sowie offene Kinder- und Jugendarbeit? Mit der Praxisbroschüre „Digitalität und Soziokultur“ liegt eine Publikation vor, die diese Fragen systematisch aufgreift. Erarbeitet wurde sie von Simone [...]
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