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19.05.2026

KI, Verband

KI-Lots*innen starten Qualifizierungsreihe

Wie kann Künstliche Intelligenz verantwortungsvoll, kritisch reflektiert und praxisnah in der Soziokultur eingesetzt werden? Mit dieser Frage beschäftigten sich Vertreter*innen aus Landesverbänden, soziokulturellen Einrichtungen und dem Bundesverband Soziokultur beim Auftakt der KI-Lots*innen am 11. und 12. Mai 2026 in Berlin.

Die Qualifizierungsreihe ist Teil des Jahresschwerpunkts Künstliche Intelligenz im Bundesverband Soziokultur. Ziel ist es, Wissen, Erfahrungen und Kompetenzen zum Einsatz von KI im Verband systematisch aufzubauen und langfristig in die Einrichtungen zu tragen. Insgesamt werden 16 Teilnehmende zu KI-Lots*innen qualifiziert, die das Thema künftig in ihren Organisationen begleiten und weitervermitteln sollen.

„KI ist kein rein technisches Thema – es ist eine gesellschaftspolitische Frage, bei der die Zivilgesellschaft unbedingt mitgestalten muss. Soziokulturelle Zentren sind Orte gelebter Demokratie und kultureller Teilhabe; genau deshalb bringen sie eine entscheidende Perspektive in die Debatte ein: Wer profitiert von KI, wer wird ausgeschlossen, und wie gehen wir mit ethischen Fragen zu Nachhaltigkeit, Diskriminierung und Meinungsbildung um? Als Bundesverband übernehmen wir Verantwortung und wir begleiten unsere Mitglieder dabei, KI kompetent, kritisch und im Sinne des Gemeinwohls zu nutzen." Ellen Ahbe, kaufmännische Geschäftsführung.

Verantwortungsvoller KI-Einsatz im Verband

Im Mittelpunkt des Kick-off-Workshops standen praktische Anwendungsfelder, organisatorische Fragen und die gesellschaftliche Verantwortung beim Einsatz von KI. Gemeinsam wurden konkrete Use Cases aus dem Arbeitsalltag der Soziokultur gesammelt – etwa in Öffentlichkeitsarbeit, Fördermittelmanagement, Veranstaltungsorganisation oder Wissensmanagement. Gleichzeitig ging es um Datenschutz, Urheberrecht, Nachhaltigkeit und die Frage, wie demokratische Werte auch im Umgang mit KI gewahrt werden können.

Demokratische KI als Orientierung

Eine wichtige Grundlage bildeten die Ergebnisse einer bundesweiten Umfrage unter Mitgliedseinrichtungen des Bundesverbands. Sie zeigen, dass KI bereits in vielen Bereichen angekommen ist: 64,3 Prozent der befragten Einrichtungen nutzen KI-Anwendungen in Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation, 40,9 Prozent im Fördermittelmanagement. Gleichzeitig bestehen große Unsicherheiten, etwa bei Datenschutz, Faktenprüfung oder der Qualität KI-generierter Inhalte.

Der Workshop machte deutlich: Die Herausforderung liegt nicht allein in der Technologie selbst. Entscheidend sind gute Daten, klare Prozesse und gemeinsame Leitlinien für den Einsatz von KI. Deshalb beschäftigte sich die Qualifizierung auch mit Fragen der Organisationsentwicklung und Datenstrukturierung sowie mit dem Code of Conduct „Demokratische KI“, den der Bundesverband Soziokultur unterzeichnet hat.

Workshops, Austausch und Barcamp

Die KI-Lots*innen werden bis Dezember 2026 fortgesetzt. Geplant sind weitere Grundlagen- und Fokusworkshops, Austauschformate sowie ein bundesweites KI-Barcamp für die Soziokultur. Durchgeführt wird die Reihe in Zusammenarbeit mit der Akademie für Ehrenamtlichkeit.

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