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07.07.2026

Aktuelles, Allzeitorte, Demokratie, Dritte Orte

Inspirierender Auftakt: Allzeitorte Webtalkreihe gestartet

Erkenntnisse zum Thema: Begegnungen ermöglichen, Räume schaffen

Am 17. Juni 2026 fand der Auftakt unserer Reihe Allzeitorte Webtalk | Wir sprechen uns statt. Er zeigte, wie wertvoll der Austausch untereinander ist, und wie viel wir voneinander lernen können. In unserem ersten Webtalk ging es um das Thema: "Dritte Orte: Begegnungen ermöglichen, Räume schaffen".

Fünf Schlüssel für gelingende Begegnungen

Beim ersten Webtalk teilte Inga Gertmann von More in Common Deutschland fünf entscheidende Erkenntnisse, die für das Gelingen von Begegnungsprojekten von großer Bedeutung sind. Diese Punkte mögen einfach klingen, doch sie bergen ein enormes Potenzial, Menschen zu begeistern, die sich sonst vielleicht nicht angesprochen fühlen:

  1. Langfristige Vertrauensarbeit: Es geht darum, wirklich zuzuhören und zu verstehen, was sich die Menschen vor Ort wünschen. Kontinuierliche, offene Angebote mit Vertrauenspersonen sind meist wirkungsvoller als Events, die kurzfristig Aufmerksamkeit erregen.
  2. Die Anliegen der Menschen im Mittelpunkt: Angebote werden attraktiver, wenn ihr Mehrwert für die Teilnehmenden klar ist. Was haben die Menschen davon, sich zu engagieren? Werden ihre Bedürfnisse berücksichtigt und ihre Themen adressiert?
  3. Gemeinsamkeiten sichtbar machen: Die meisten Menschen lieben Eis, sorgen sich um ihre Liebsten, lachen gerne. Wenn wir genau hinschauen, entdecken wir oft mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Diese Basis erleichtert es, auch über komplexere Themen ins Gespräch zu kommen.
  4. Alltagsorte nutzen: Begegnungen entstehen leichter dort, wo Menschen sich ohnehin aufhalten. Wenn ein Angebot einen Mehrwert an Orten schafft, den viele täglich aufsuchen, fällt der Zugang viel leichter.
  5. Lokale Vertrauensakteure einbinden: Vertrauenspersonen vor Ort können Türen öffnen und Menschen ermutigen, Neues auszuprobieren und mitzumachen.

Video: Forschungsimpuls von Inga Gertmann

Ali Cans überraschende Wege zur Begegnung

Ali Can verteilte in seinem ersten Projekt der aufsuchenden Begegnungsarbeit „Free Hugs, Umarmungen, kucaklama“ und entfachte die Antriebsenergie, die Menschen in neuen Begegnungen dazu bewegt, eine andere Sichtweise einzunehmen. Der Sozialaktivist, Moderator und Antirassismustrainer teilte im Webtalk „Türöffner-Momente", die ihn ad hoc mit Menschen in Kontakt bringen: Mit einem Schokohasen auf einer Demonstration oder als "Deutscher" verkleidet im Karneval bringt Ali Can durch überraschende Settings unterschiedlichste Menschen zum Schmunzeln – und stellt gleichzeitig tiefe Fragen nach Identität und kulturellen Gemeinsamkeiten. Der Kern seiner Begegnungsprojekte ist das wirkliche Interesse am Gegenüber und am Erkenntnisgewinn, nicht das Befolgen einer Agenda.

Gelingensbedingungen, die Ali Can identifiziert:

  • Dritte Elemente der Verbindung, die nicht immer Orte sein müssen, wie z.B. einen Schokohasen
  • Haltung & Fehlerkultur: Sich seines Anliegens und seiner eigenen Fehlbarkeit bewusst zu sein baut Druck in Begegnungen ab
  • authentische oder biografische Geschichten schaffen Verbindung
  • Raumarbeit: erreichbare Räume, verbindende Elemente und flexible Raumgestaltung nach den Bedürfnissen der Nutzenden
  • Das Gesicht des anderen wahren: Wie gelingt eine gemeinsame lernende Erfahrung?
  • Ansprache und Formate überlegt einsetzen

Mitreden: Eure wertvollen Tipps aus der Praxis

Die Teilnehmenden des Webtalks teilten unter anderem folgende wertvolle Erfahrungen aus ihrer täglichen Arbeit:

  • Zuhören, auf Augenhöhe begegnen, sich zurücknehmen und dranbleiben
  • Bewusster Einsatz von Sprache und Bildern: Wen spricht eine Einladung zum Demokratieprojekt oder Begegnungscafé an, wen die zum Nachbarschaftsfest? Welche Reizwörter möchten wir vermeiden, welche setzen wir gezielt ein?
  • Die Bedeutung von Vertrauenspersonen
  • Fokus auf konkrete Themen: Möchten wir eine Zielgruppe ansprechen oder viele unterschiedliche Menschen? Je spezifischer ein Thema ist, desto gezielter spricht es an.
  • Wunschpostkarten, direkte Ansprache oder eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen: welche kreative Idee oder Methode eignet sich, um die Wünsche der Menschen einzuholen?
  • Sicherheitskonzepte: Wichtig für den Umgang mit möglichen Störungen.

Durch das offene, lernende Miteinander, die inspirierenden Beiträge im Gespräch und im Chat sowie viele unterschiedliche Perspektiven war es ein gelungener Auftakt der Reihe Allzeitorte Webtalk.

Wir sprechen uns wieder: Allzeitorte Webtalk am 5. November

Wir freuen uns schon auf die Fortsetzung! Der nächste Allzeitorte Webtalk | Wir sprechen uns findet am 5. November von 14:00 bis 15:30 Uhr statt. Unsere Gäste sind Simon Lengemann von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) sowie Agnes Scharnetzkyund Tom Luckner von der John-Dewey-Forschungsstelle für die Didaktik der Demokratie (JoDDiD). Wir tauschen uns darüber aus, welche Stärken aufsuchende politische Bildung im Zusammenspiel mit Soziokultur entwickeln kann und freuen uns über eine rege Diskussion.

Lasst uns gemeinsam weiter über die Stärkung unserer Demokratie im Gespräch bleiben, neue Perspektiven und Menschen kennenlernen.
Wir bitten um Anmeldung unter: Anmeldung Webtalk 5. November 2026 

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