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17.07.2026

Kulturpolitik

Soziokultur als Infrastruktur gesellschaftlicher Resilienz

In den aktuellen „Kulturpolitischen Mitteilungen“ beschreibt Prof. Dr. Markus Hilgert die Soziokultur als zentrale Infrastruktur gesellschaftlicher Resilienz. Soziokulturelle Einrichtungen schaffen Räume, in denen gesellschaftlicher Zusammenhalt, Vertrauen, kulturelle Teilhabe und demokratische Praxis im Alltag entstehen und eingeübt werden.

„Soziokultur ist nicht lediglich ein Teilbereich kultureller Förderung oder eine historisch gewachsene Förderkategorie der Kulturpolitik. Sie ist vielmehr eine zentrale Infrastruktur gesellschaftlicher Resilienz.“ Prof. Dr. Markus Hilgert, Präsident der Universität der Künste Berlin und der Kulturpolitischen Gesellschaft

Wie bleiben demokratische Gesellschaften angesichts von Krisen, Polarisierung und gesellschaftlicher Fragmentierung handlungsfähig? In seinem Beitrag „Soziokultur als Infrastruktur gesellschaftlicher Resilienz“ richtet Prof. Dr. Markus Hilgert, Präsident der Universität der Künste Berlin und der Kulturpolitischen Gesellschaft, den Blick auf die kulturellen und sozialen Orte, an denen Menschen einander begegnen, unterschiedliche Perspektiven aushandeln und Selbstwirksamkeit erfahren.

Viele Eigenschaften, die resiliente Gesellschaften auszeichnen, gehören nach seiner Einschätzung seit Langem zum Kern soziokultureller Arbeit: lokale Vernetzung, Teilhabe, Anpassungsfähigkeit, Diversität und demokratische Konfliktfähigkeit. Soziokulturelle Einrichtungen seien häufig niedrigschwellig, lokal verankert und partizipativ organisiert. Dadurch könnten sie gesellschaftlicher Entkopplung, sozialer Isolation und demokratiefeindlichen Entwicklungen entgegenwirken.

Hilgert hebt zudem die besondere Rolle der Soziokultur an gesellschaftlichen Schnittstellen hervor. Ihre Erfahrungen mit partizipativer Prozessgestaltung, lokaler Netzwerkbildung und kultureller Übersetzungsarbeit reichten weit über den Kulturbereich hinaus. Soziokulturelle Einrichtungen reagierten häufig frühzeitig auf gesellschaftliche Bedarfe, soziale Leerstellen und neue Formen der Fragmentierung.

Daraus leitet Hilgert eine klare kulturpolitische Konsequenz ab: Soziokultur dürfe nicht länger als randständiger Förderbereich betrachtet werden. Vielmehr müsse sie als Teil einer demokratischen Kulturinfrastruktur und als zentraler Bestandteil kulturpolitischer Strategien für gesellschaftliche Zukunftsfähigkeit anerkannt und gestärkt werden.

Der Beitrag „Soziokultur als Infrastruktur gesellschaftlicher Resilienz. Plädoyer für eine neue kulturpolitische Zentralität“ ist in Ausgabe 193 der „Kulturpolitischen Mitteilungen“ erschienen.

Zur Ausgabe 193 der Kulturpolitischen Mitteilungen

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