Beim 13. Kulturpolitischen Bundeskongress in Berlin hat Markus Hilgert die Bedeutung soziokultureller Zentren für kulturelle Teilhabe und gesellschaftliche Resilienz hervorgehoben. Der Präsident der Kulturpolitischen Gesellschaft (KuPoGe) und der Universität der Künste Berlin spricht sich ausdrücklich dafür aus, diese Räume zu schützen und auszubauen.
Auf dem „Bunten Sofa“ des Kulturpolitischen Bundeskongresses sprach Markus Hilgert mit dem kulturpolitischen Reporter Peter Grabowski über gesellschaftliche Krisen, kulturelle Teilhabe und die Bedeutung offener kultureller Räume.
Dabei hob Hilgert die Soziokultur ausdrücklich hervor:
„Deswegen bin ich ein so großer Fan der sogenannten Soziokultur, also der Zentren, die in Stadtteilen angesiedelt sind, die in ländlichen Räumen angesiedelt sind, wo mit Menschen gearbeitet wird, die vielleicht nicht so häufig ins Theater oder in die Oper gehen, die aber natürlich wie jeder Mensch kulturelle Ausdrucksformen brauchen, um sich auszudrücken, um sich zu verorten, um sich selbst zu bestimmen in dieser Welt. Und deswegen bin ich sehr dafür, dass wir diese Räume schützen, dass wir sie nicht kürzen, sondern dass wir sie schützen, dass wir sie ausbauen. Denn für eine resiliente Gesellschaft sind diese Räume ganz entscheidend.“
Auch in einem begleitenden LinkedIn-Beitrag hebt Hilgert die besondere Rolle der Soziokultur hervor. Sie schaffe Räume, in denen Menschen nicht nur Publikum seien, sondern selbst gestalten, sich begegnen und Selbstwirksamkeit erfahren könnten. Gerade dort, wo gesellschaftliche Spannungen konkret würden – in Städten und Gemeinden, Quartieren und Nachbarschaften –, entstünden so Orte der Teilhabe und des Zuhörens.
Hilgert ordnet diese Perspektive in eine „Kulturpolitik der Resilienz“ ein. Kulturelle Ökosysteme müssten so gestärkt werden, dass Erfahrungen möglich bleiben, die vielfältig, frei, dezentral, zugänglich und offen für Partizipation sind. Kultur dürfe dabei nicht politisch verzweckt werden: Ihre gesellschaftliche Kraft liege gerade darin, zweckfreie Freiräume für unterschiedliche Erfahrungen, Perspektiven und auch Widerspruch zu eröffnen.
Das Gespräch entstand beim 13. Kulturpolitischen Bundeskongress „Wi(e)der die Wut – Kulturpolitische Netzwerke gegen Autoritarismus“ am 11. und 12. Juni 2026 in Berlin.


