Andreas Klee und Wiebke Bleilefens inszenierten die Ergebnisse ihrer wissenschaftlichen Analyse des Programms Allzeitorte als einen szenischen Dialog zwischen einem Waffel-interessierten Passanten und einer engagiert einladenden Projektdurchführenden an einem Alltagsort. Kurz zusammenfassen kann man die Erkenntnisse so:
Die Evaluation des Programms „Allzeitorte“ zeigt: Das Konzept, Alltags- und Freizeitorte zu Resonanzräumen demokratischer Bildung zu machen, ist innovativ und wirkungsvoll. Niedrigschwelligkeit, lebensweltliche Orientierung und eine offene Atmosphäre wurden vielfach überzeugend umgesetzt. Orte entwickelten Gemeinschaft, eröffneten neue Begegnungen und vermittelten Selbstwirksamkeit. Besonders erfolgreich waren dabei Freizeitorte, die durch Freiwilligkeit, hohe Aufenthaltsqualität und Offenheit ideale Bedingungen für Partizipation und kreative Formate boten. Zugleich wurden Grenzen sichtbar: Politische Aushandlungsprozesse stellten sich selten spontan ein, kontinuierliche Moderation war nötig. Die ambitionierten Ziele – nachhaltige Strukturen, Förderung von Ambiguitätstoleranz, dauerhafte Partizipation – konnten aufgrund kurzer Laufzeiten, knapper Ressourcen und struktureller Hemmnisse nur teilweise erreicht werden.
Für eine Neuauflage des Förderprogramms Allzeitorte gilt es, die besonderen Stärken als Experimentierraum gezielt zu sichern: Offene Formate, Irritationen und Perspektivwechsel müssen strukturell verankert werden. Notwendig sind längere Laufzeiten, feste Ansprechpersonen und ritualisierte Angebote. Die Auswahl sollte Orte mit Freizeitcharakter bevorzugen, da stark zweckgebundene oder routinierte Räume geringeres Innovationspotenzial haben. Partizipation erfordert zudem methodische Begleitung und Qualifizierung von Multiplikator*innen. Schließlich sollten lokale Netzwerke frühzeitig eingebunden und die Tridem-Strukturen professionalisiert werden, um Ressourcen, Rollen und Kommunikation verbindlich zu klären.
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Eine Kurzfassung des Evaluationsberichts stellen wir auf dieser Seite zur Verfügung. Sie fasst die zentralen Ergebnisse der Evaluation des Programms „Allzeitorte. Gemeinsam mehr bewegen“ zusammen und enthält Empfehlungen für eine Neuauflage. Die Evaluation hat gezeigt, dass das Programm ein innovatives und mutiges Konzept verfolgt: Alltags- und Freizeitorte als Resonanzräume für demokratische Bildung und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu nutzen. Gleichzeitig macht die Evaluation deutlich: Ambitionierte Ziele wie nachhaltige politische Partizipation und dauerhafte Strukturen sind herausfordernd – kurze Projektlaufzeiten und begrenzte Ressourcen spielten eine Rolle.
Die gesamte Evaluation stellen wir gerne auf Nachfrage zur Verfügung.



