72 Prozent der zivilgesellschaftlichen Organisationen in Deutschland blicken zuversichtlich in ihre Zukunft. Gleichzeitig belasten Bürokratie, Finanzierungsprobleme und gesellschaftliche Polarisierung ihre Arbeit. Das zeigt das erstmals veröffentlichte Zuversichtsbarometer der Robert Bosch Stiftung.
Was gibt zivilgesellschaftlichen Organisationen Zuversicht und was erschwert ihre Arbeit? Diesen Fragen geht das Zuversichtsbarometer 2026 nach. Im Auftrag der Robert Bosch Stiftung befragte das Meinungsforschungsinstitut forsa bundesweit 754 Vertreter*innen von Vereinen, Stiftungen und gemeinnützigen Organisationen aus unterschiedlichen Bereichen, darunter auch Kultur.
Die Ergebnisse zeigen: Die Zuversicht gründet vor allem auf den eigenen Erfahrungen. 94 Prozent der Befragten schöpfen Ermutigung aus dem Engagement ihrer Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen. Positive Rückmeldungen der Zielgruppen (92 Prozent) sowie konkrete Erfolge und die sichtbare Wirkung der eigenen Arbeit (90 Prozent) stärken ebenfalls den Optimismus.
Engagement trifft auf schwierige Rahmenbedingungen
Gleichzeitig stehen viele Organisationen unter erheblichem Druck. 73 Prozent nennen Bürokratie und hohen Verwaltungsaufwand als Belastung, 64 Prozent Finanzierungsprobleme und 60 Prozent Personalmangel oder Überlastung. Hinzu kommen gesellschaftliche und politische Herausforderungen: 54 Prozent beklagen mangelnde politische Unterstützung, 46 Prozent die zunehmende gesellschaftliche Polarisierung. 16 Prozent berichten von Hass oder direkten Anfeindungen.
Die Robert Bosch Stiftung fordert deshalb eine langfristige und flexible Finanzierung zivilgesellschaftlicher Arbeit sowie mehr Rechtssicherheit für gesellschaftspolitisches Engagement. Dazu gehören aus ihrer Sicht auch eine Modernisierung des Gemeinnützigkeitsrechts und die Unterstützung von Organisationen, die unter politischen oder finanziellen Druck geraten.


