standard-logo

05.11.2026

Demokratie, Studie

Zuversichtsbarometer: Zivilgesellschaft bleibt optimistisch

72 Prozent der zivilgesellschaftlichen Organisationen in Deutschland blicken zuversichtlich in ihre Zukunft. Gleichzeitig belasten Bürokratie, Finanzierungsprobleme und gesellschaftliche Polarisierung ihre Arbeit. Das zeigt das erstmals veröffentlichte Zuversichtsbarometer der Robert Bosch Stiftung.

Was gibt zivilgesellschaftlichen Organisationen Zuversicht und was erschwert ihre Arbeit? Diesen Fragen geht das Zuversichtsbarometer 2026 nach. Im Auftrag der Robert Bosch Stiftung befragte das Meinungsforschungsinstitut forsa bundesweit 754 Vertreter*innen von Vereinen, Stiftungen und gemeinnützigen Organisationen aus unterschiedlichen Bereichen, darunter auch Kultur.

Die Ergebnisse zeigen: Die Zuversicht gründet vor allem auf den eigenen Erfahrungen. 94 Prozent der Befragten schöpfen Ermutigung aus dem Engagement ihrer Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen. Positive Rückmeldungen der Zielgruppen (92 Prozent) sowie konkrete Erfolge und die sichtbare Wirkung der eigenen Arbeit (90 Prozent) stärken ebenfalls den Optimismus.

Engagement trifft auf schwierige Rahmenbedingungen

Gleichzeitig stehen viele Organisationen unter erheblichem Druck. 73 Prozent nennen Bürokratie und hohen Verwaltungsaufwand als Belastung, 64 Prozent Finanzierungsprobleme und 60 Prozent Personalmangel oder Überlastung. Hinzu kommen gesellschaftliche und politische Herausforderungen: 54 Prozent beklagen mangelnde politische Unterstützung, 46 Prozent die zunehmende gesellschaftliche Polarisierung. 16 Prozent berichten von Hass oder direkten Anfeindungen.

Die Robert Bosch Stiftung fordert deshalb eine langfristige und flexible Finanzierung zivilgesellschaftlicher Arbeit sowie mehr Rechtssicherheit für gesellschaftspolitisches Engagement. Dazu gehören aus ihrer Sicht auch eine Modernisierung des Gemeinnützigkeitsrechts und die Unterstützung von Organisationen, die unter politischen oder finanziellen Druck geraten.

Zum Zuversichtsbarometer 2026 der Robert Bosch Stiftung

Ähnliche Artikel

 

20.10.2026

Kulturpolitik, Studie

Studie: AfD setzt zivilgesellschaftliche Träger gezielt unter Druck

Eine von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Studie der Hochschule Neubrandenburg und des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) Jena untersucht, wie die AfD parlamentarische Instrumente nutzt, um Einfluss auf die Soziale Arbeit und zivilgesellschaftliche Strukturen zu nehmen. Dafür hat ein Forschungsteam [...]

Mehr lesen
 

16.10.2026

Allzeitorte, Demokratie, Dritte Orte

Allzeitorte Webtalk | Wir sprechen uns

Im Rahmen des Förderprogramms Allzeitorte laden wir herzlich ein zum Allzeitorte Webtalk mit dem Thema „Aufsuchend und einladend: Politische Bildung und Soziokultur Hand in Hand“ Aufsuchende Angebote der Soziokultur und der politischen Bildung können Menschen erreichen, die klassische Bildungsveranstaltungen selten [...]

Mehr lesen
 

06.10.2026

Netzwerk, Studie

Wie sieht die Realität freier Musikschaffender heute aus?

Wie arbeiten und leben freie Musikschaffende in Deutschland? Welche Einkommen erzielen sie, wie viel Arbeit bleibt unbezahlt und welche Kosten und Risiken prägen ihren Berufsalltag? Diesen Fragen geht die bundesweite Studie MUSIK ZÄHLT des PRO MUSIK – Verband freier Musikschaffender [...]

Mehr lesen