Als eines von zehn allzeitorte-Projekten stellt "Unerhört. Geschichten aus dem Wartezimmer"die grundlegende Frage: Wer findet im Gesundheitssystem Gehör – und wessen Stimme bleibt unerhört? Das Vorhaben möchte genau den Menschen eine Stimme geben, deren Stimme nicht genügend Beachtung erhält. Und macht die grundlegende Einsicht deutlich: Damit Gesundheit als gemeinschaftliche und demokratische Aufgabe verstanden werden kann, braucht es Räume und Strukturen, in denen echtes Zuhören möglich ist und jede Erfahrung zählt.
Hörbar werden ist politisch
Ziel des Projekts war es, Lebensrealitäten sichtbar zu machen, ihnen Wertschätzung zu geben und sie politisch hörbar werden zu lassen. So wird Demokratie im Kleinen erfahrbar – denn gesellschaftlicher Wandel beginnt dort, wo Menschen ihre alltäglichen Perspektiven teilen können.
Das Gesundheitskollektiv Geko arbeitete zusammen mit Polyrama - Museum für Lebensgeschichte und Nils Erhard aus der politischen Bildung. Sie öffneten im Wartezimmer des Geko Stadtteil-Gesundheits-Zentrums einen Raum mit einer Telefoninstallation, um die Geschichten von Besuchenden zu erfahren: Welche sind ihre Erfahrungen mit Barrieren, Frustrationen oder Missständen im Gesundheitssystem? Neben den Audioinstallation waren Nachbar*innen in Austauschformaten wie Erzähl- oder Dialogrunden eingeladen, sich zu vernetzen und kennenzulernen. So stärkte das Projekt das Gefühl von Zusammenhalt und Verankerung in der Nachbarschaft.
Polyrama brachte als Vertretung der Soziokultur in dem Projekt seine langjährige Erfahrung als Museum für Lebensgeschichte und zeitgenössisches Audioarchiv ein. Polyrama sammelt ganz unterschiedliche Stimmen und trägt dazu beiträgt, gegenwärtige Geschichte divers und vielstimmig zu erzählen.
Im eNewsletter Wegweiser Bürgergesellschaft berichten Georgina Espasa und Janina Johannsen von GeKo über das Projekt "Unerhört. Geschichten aus dem Wartezimmer"


