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25.11.2025

#Toolbox

Utopische Praxis – Zuhören im öffentlichen Raum

„Für wen schreibe ich? Wem höre ich zu?“ Natascha Gangl

Präsenz, Verbundenheit, Zugehörigkeit im öffentlichen Raum leben.

Die Hände tun etwas, die Stimme klingt. Die Praxis des Protokolls wird aufgegriffen, aber in eine offene Form überführt, bei der einzelne Aussagen nicht über, sondern miteinander kommunizieren. Es braucht einen Ort, an dem sich die Initiator*innen richtig wohlfühlen, wie ein Zelt, eine kleine Architektur, die dem öffentlichen Raum eine neue Bedeutung zukommen lässt. Im Fokus stehen die Aussagen und nicht die Aussage im Verhältnis zur offiziellen Zielsetzung. Sondern im Verhältnis zur fragenden Suchbewegung der Person, die das Gespräch sucht. Zum Beispiel: „Sind Gurken gerade im Angebot? Haben Sie sie gekauft? Hatten Sie auf Gurken Lust? Wann tun Sie etwas nach Lust? Empfinden Sie gerade Lust? Sind Gespräche lustvoll?“ Usw.

Was ist das Ziel? Neue Praxen des Sprechens und Denkens, um nicht immer wieder dieselben Schlaufen zu drehen. In der Welt gerne sein. Das lustvolle Leben.

Tipps für die Durchführung:

Nicht über, sondern mit!
Die Orga ist Teil des mit und sollte nicht kompensatorisch eingesetzt werden, um Sicherheit zu generieren, sondern Möglichkeiten zu eröffnen.

Expertise kommt von unten
Privilegienbewusstsein heißt, Expertise vermeintlich Schwächerer, Diskriminierter etc. aktiv anzufragen, Praxen zu erproben, nicht nur zu beobachten.

Mutig sein, Ängste zuzulassen, sich verbinden
Einen offenen Raum ermöglichen, heißt auch, sich offen eigenen Prozessen zu stellen, die weit über die Veranstaltung hinausgehen und sich an dem Möglichen, nicht an dem Unmöglichen orientieren sollten (das Mögliche ist das, was noch nicht ganz da ist).

Team
Mindestens zwei Personen, um Schutz im öffentlichen Raum auf allen Ebenen zu gewährleisten.

Orte
Orte, die tatsächlich bewohnt werden und nicht nur als Transitzone genutzt werden, wobei das mit der entsprechenden Fragestellung natürlich auch geht. Bevor es losgeht, KEINE ÖFFENTLICHKEITSARBEIT im Sinne von, kommt her, wir laden ein. Sondern zuerst die Frage stellen: „Haben wir einen Platz bei euch? Dürfen wir euch besuchen? Wir geben euch bei uns gern einen Platz, einen Moment Pause, ein Gespräch. Wenn wir da sind, sind wir selbstverständlich da. Denn wir gehören dazu.“
Was braucht es?
Der Text kann geschrieben, getippt, gelegt, aufgenommen, geknetet, genäht etc. werden.

Sondernutzungsgebühr, Ausstattung, was es braucht, um sich im öffentlichen Raum sicher und handlungsfähig zu fühlen. Mindestens drei Stühle bieten sich an.

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