Die finanzielle Ausstattung des Fonds Soziokultur soll 2027 weiter sinken. Im BKM-Haushaltsansatz sind 2,9 Millionen Euro vorgesehen. 2026 stehen dem Fonds rund 3,58 Millionen Euro zur Verfügung.
200 von 1.425 Projekten gefördert
Von 1.425 beantragten Projekten konnten in diesem Jahr lediglich 200 bewilligt werden. Die Förderquote liegt damit bei rund 14 Prozent. Im Jahr 2025 waren es noch 17 Prozent. Anlässe und Orte für kulturellen und gesellschaftlichen Zusammenhalt drohen dadurch wegzubrechen.
„Profil: Soziokultur“ ausgesetzt, „U25“ vor Kürzung
Das Stabilisierungsprogramm „Profil: Soziokultur“ musste 2026 trotz hoher Nachfrage ausgesetzt werden. Notwendige Transformationen für mehr Resilienz können damit nicht durch das Programm unterstützt werden.
Dem Nachwuchsprogramm „U25 – Richtung: Junge Kulturinitiativen“ droht 2027 ebenfalls eine Kürzung. Es ermöglicht jungen Erwachsenen, Verantwortung in der Kultur zu übernehmen und sich als Kulturmacher*innen auszuprobieren.
Fonds und Mitgliedsverbände fordern Korrektur
Seit fast 40 Jahren fördert der Fonds Soziokultur bundesweit beispielgebende Projekte, die Menschen an Kunst und Kultur beteiligen. Er stärkt gesellschaftliches Engagement, unterstützt Kulturelle Bildung und setzt Impulse für den Nachwuchs. Als einziger Bundeskulturfonds fördert er gesellschaftliche Mitwirkung in allen Sparten.
Der Fonds erreicht mit seiner Förderung ländliche Räume und städtische Randgebiete sowie Menschen, die wenig oder kaum Berührung mit Kunst und Kultur haben. Er entwickelt innovative Programme in Partnerschaften, fördert mit „U25“ den Nachwuchs, begleitet Transformationsprozesse und unterstützt Kultur jenseits der Kulturmetropolen.
Wir appellieren an die Bundesregierung und die parlamentarisch Verantwortlichen, sich gerade jetzt für den Bundeshaushalt 2027 für eine adäquate Ausstattung dieses wichtigen Feldes der Mitwirkung und kulturellen Demokratie einzusetzen.
"Die Soziokultur verkörpert ein zutiefst demokratisches Prinzip: Sie setzt auf Beteiligung statt Bevormundung, auf Eigentätigkeit statt Konsum, auf gemeinsame Werteverständigung statt ideologischer Vorgaben." Kurt Eichler, Vorsitzender des Fonds Soziokultur e.V.


