Am 9. Dezember 1976 wurde das Kultur- und Freizeitzentrum (KFZ) Marburg gegründet. Was auf gerade einmal 98 Quadratmetern begann, entwickelte sich zu einem lebendigen Kulturort, der das kulturelle und gesellschaftliche Leben in Marburg bis heute prägt. Im Dezember feiert das älteste soziokulturelle Zentrum Hessens sein 50-jähriges Bestehen.
Die Geschichte des KFZ beginnt mit einer Initiative, die einen selbstorganisierten Ort für Kultur, Austausch und gesellschaftliches Engagement schaffen wollte. Nachdem die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten und einer Förderung erfolglos geblieben war, mieteten die Gründer*innen 1976 aus eigenen Mitteln Räume in der Marburger Schulstraße. Hier entstand ein Treffpunkt für Menschen, die gemeinsam Kultur gestalten, diskutieren und gesellschaftliche Veränderungen anstoßen wollten.
Ein Ort für neue Ideen und gesellschaftliches Engagement
Von Beginn an verstand sich das KFZ als unabhängiger Kulturladen, der Raum für alternative Kultur und gesellschaftspolitische Auseinandersetzungen bot. Neben Konzerten, Kabarett, Filmvorführungen und Workshops fanden hier zahlreiche Initiativen und Gruppen aus dem Umwelt- und Sozialbereich eine Heimat.
Das KFZ wurde zum Ausgangspunkt vielfältiger Entwicklungen in Marburg. Hier entstanden Impulse für die Gründung von pro familia, die freie Theaterszene erhielt eine Bühne, und Initiativen aus der Frauenbewegung und der queeren Szene fanden Raum für Austausch und Engagement. Auch die lokale Medienlandschaft und das Marburger Stadtfest wurden durch Menschen aus dem Umfeld des KFZ mitgeprägt.
Impulse für die Soziokultur in Hessen
Die Bedeutung des KFZ reicht weit über Marburg hinaus. Anfang der 1990er-Jahre engagierte sich das Zentrum maßgeblich für den Wiederaufbau der Landesarbeitsgemeinschaft der Kulturinitiativen und Soziokulturellen Zentren (LAKS) Hessen. 1992 gelang es erstmals, eine Förderung für die Soziokultur im hessischen Landeshaushalt zu verankern. Bis 1999 wurde die Geschäftsstelle der LAKS vom KFZ aus geführt.
Damit trug das KFZ auch dazu bei, die Strukturen der Soziokultur in Hessen nachhaltig zu stärken.
Von der Schulstraße in die Biegenstraße
Mit den Jahren wuchs das Programm und damit auch der Platzbedarf. 1988/89 wurden die Räumlichkeiten in der Schulstraße erweitert. Neue Konzertreihen, Kabarett, Theater, Lesungen und gesellschaftspolitische Veranstaltungen machten das KFZ zu einem wichtigen Bestandteil des kulturellen Lebens in Marburg.
2016 zog das Zentrum in das Erwin-Piscator-Haus in der Biegenstraße. Heute organisiert das KFZ mit mehr als 30 Mitarbeitenden und über 140 Ehrenamtlichen jährlich weit über 300 Veranstaltungen mit rund 60.000 Besucher*innen.
Neben seinem vielfältigen Kulturprogramm hat sich das Zentrum in den vergangenen Jahren verstärkt für ökologische und soziale Nachhaltigkeit engagiert. 2025 wurde es dafür mit dem APPLAUS-Award in der Kategorie Nachhaltigkeit ausgezeichnet.
50 Jahre KFZ: Ein Grund zum Feiern
Das KFZ begeht sein Jubiläum mit mehreren Veranstaltungen. Den Auftakt macht die Geburtstagsparty „5 Decades!“ am 12. Dezember 2026. Am 31. Dezember erinnert eine Silvesterparty an die erste Veranstaltung des KFZ zum Jahreswechsel 1976/77. Im kommenden Jahr folgen unter anderem eine Jubiläumsausgabe des Sommerfestes „Summer in the City“ und die Feier zum 50-jährigen Bestehen des Marburger Abends.
50 Jahre KFZ zeigen, welche Bedeutung selbstorganisierte Kulturorte für das gesellschaftliche und kulturelle Leben haben können. Aus einer Initiative mit begrenzten Mitteln ist ein lebendiges Zentrum geworden, das bis heute Menschen zusammenbringt, kulturelle Teilhabe ermöglicht und Raum für neue Ideen schafft.
Wir gratulieren dem KFZ Marburg herzlich zum 50-jährigen Jubiläum!
Weitere Informationen zum Jubiläum und zu den Veranstaltungen gibt es unter www.kfz-marburg.de.











