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02.10.2025

Aktuelles, Allzeitorte

Demokratiestärkung ist das Thema der Soziokultur

Treffpunkt Allzeitorte – Die (Un)Konferenz in der Robert Bosch Stiftung

Von: Laura Armborst

Am 18. September 2025 fand in der Robert Bosch Stiftung Treffpunkt Allzeitorte – Die (Un)Konferenz statt. Zehn Projektteams zeigten, wie Soziokultur Demokratie stärkt, Begegnungen schafft und Gesellschaft im Alltag gestaltet. Laura Armborst vom Landesverband Soziokultur Mecklenburg-Vorpommern berichtet in diesem Beitrag über ihre Eindrücke vor Ort.

Gleich zu Beginn von Treffpunkt Allzeitorte, spüre ich, dass diese (Un)Konferenz keine gewöhnliche Konferenz ist. Warum steht da ein Strandkorb? Wer hat den Einkaufswagen mitten in den Raum gestellt? Soll das da ein Baumarkt sein?

Ein Jahr lang hatten an zehn unterschiedlichen Orten Tridems aus Soziokultur, politischer Bildung und einem Alltagsort, neue Wege der aufsuchenden Kulturarbeit erprobt. In der Stadt, auf dem Land, in Ost, West, Süd und Nord. Ziel war es an alltäglichen Orten Begegnungen zwischen Menschen zu schaffen, die sich sonst nicht treffen, Gespräche anzuregen und gemeinsam Gesellschaft zu gestalten.

Persönliche Allzeitorte haben wir alle. Sie sind so normal, dass wir uns oft nicht bewusst machen, wo sie sind und wie sie uns prägen. Es war also nicht leicht, die ersten Fragen zu beantworten, die Moderator Dominik Breuer zu Beginn der (Un)Konferenz in den Raum stellte: Was ist dein persönlicher Allzeitort? Ein Ort aus deiner Kindheit? Wie sieht dieser Ort aus? Wie riecht er? Ist er real oder eine Fantasie?

Persönliches Kennenlernen statt Projekt-Präsentations-Marathon

Als ich mich zu Treffpunkt Allzeitorte anmeldete, befürchtete ich einen Projekt-Präsentations-Marathon: 10 Orte, je 3 Projektpartner – das können viele, viele Folien werden. Dass es kurzweilig war, mit Tiefe und doch Leichtigkeit, ist dem Moderationsteam des Brachland Ensembles zu verdanken. Die Idee: Jedes Projektteam schreibt einen Text, Felix Kramer illustriert ihn. Was für eine Person wäre unser Allzeitort? Eine junge Frau mit selbst genähter Kleidung, die Laptop, Kaffeetasse, Farbpalette und Nähnadel jongliert, oder ein älterer Herr, der die Natur liebt, immer ein offenes Ohr und eine Tasse Kaffee hat. Durch die Präsentationen hatte ich ein lebendiges Bild vor Augen. An den Ständen der Allzeitorte konnte ich tiefer einsteigen. Denn alle zehn Projekte waren nach Berlin gekommen und alle hatten Bilder, Hörbeispiele und Filme mitgebracht.

Soziokultur ist Demokratiestärkung

Demokratiestärkung ist das Thema der Soziokultur, sagt Kristina Rahe, Geschäftsführerin des Bundesverbands Soziokultur. Als die Robert Bosch Stiftung mit der Projektidee auf den Bundesverband zukam, konnte dieser auf sein Netzwerk aus über 800 soziokulturellen Zentren und Initiativen zurückgreifen, besonderen Orten, an denen Demokratie gelebt wird.

Ziel der (Un)Konferenz: Raum und Zeit für Dialog

Um Dialog, Begegnung und Meinungsaustausch geht es auch auf der Konferenz: Nach kurzen Impulsen gibt es Zeit, miteinander ins Gespräch zu kommen, Gehörtes mit anderen zu besprechen, nachzufragen. Zum Beispiel bei Dr. Andreas Klee und Wiebke Bleilefens von der Universität Bremen, die Allzeitorte wissenschaftlich begleitet haben. Beteiligung und politische Bildung brauchen Struktur, Vertrauensaufbau, Zeit und Geld, habe ich von den beiden gehört. Sofort habe ich meine tägliche Arbeit zwischen Projektanträgen, leeren kommunalen Kassen, politischer Bildung und Soziokultur vor dem inneren Auge.

Das mache ich ab morgen

Und weil jede Veränderung mit einem ersten Schritt beginnt, bat Moderator Dominik Breuer am Ende der Veranstaltung alle, zu notieren, was sie ab morgen umsetzen. Ich habe mir fest vorgenommen, „Demokratie fehlt Begegnung“ von Rainald Manthe zu lesen und wie die Radikalen Töchter meine Wut in Mut (und Aktionskunst) zu verwandeln.

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