Big and black – das Fabmobil ist da: ein großer schwarzer Doppeldeckerbus mit „Raum für angewandte Zukunft“, so steht in großen Lettern darauf. Wo Kulturangebote selten sind, wo es kaum Projekte für junge Leute und keine lebendige Szene gibt, da kommt es hin – mobil und dezentral in die ländlichen Regionen Sachsens.
Ein Bus? Technologiewerkstatt, Kunst-, Kultur- und Zukunftslabor
Das Fabmobil des Constitute e.V. ist ein faszinierendes Projekt mit Modellcharakter, das als Technologiewerkstatt und Kunst-, Kultur- und Zukunftslabor fungiert. Der Bus ist mit Digitaltechnik und Werkzeugmaschinen ausgestattet und bietet Workshops für Menschen aller Altersgruppen, insbesondere für Jugendliche, an. Er verfügt über zwei Etagen, die Platz für Experimente, Projektarbeit und Inspiration bieten. Vermittelt werden kreative Technologien wie 3D-Druck, Virtual Reality, Robotik und Programmierung.
Digitale Bildung im Fabmobil
Dabei wird Wert auf spielerische Vermittlung und praktische Anwendung gelegt und gezeigt, welches kreative Potenzial in Computern und Smartphones steckt. Ob 3D-Technik mit Kameras, Scannern oder Druckern, ob Robotik oder das Programmieren eigener Beats – Anfänger*innen und Fortgeschrittene entwickeln ein tieferes Verständnis für digitale Möglichkeiten. Durch die Kombination von jugendlichem Enthusiasmus und dem Wissen erfahrener Expert*innen entsteht ein generationenübergreifender Lernprozess. Mitarbeiter*innen müssen dabei nicht nur Technik-Freaks sein, sondern auch einen Busführerschein besitzen.
Die Gründer des Fabmobils sind Sebastian Piatza, Produktdesigner, und Christian Zöllner, Professor für Industriedesign an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Die beiden Ostsachsen sind der Oberlausitz immer verbunden geblieben und so hat das Fabmobil in den ländlichen Räumen Ostsachsens seinen Ursprung.
Mobile Stärkung für ländliche Regionen
Die Kosten für den ausrangierten Tourbus und dessen Reparatur sowie für die Technik wurden über Fördermittel getragen. Förderer waren unter anderem die Kulturstiftungen des Bundes und des Freistaates Sachsen, zwei Sächsische Staatsministerien, etliche weitere Stiftungen wie u. a. die Drosos Stiftung und der Europäische Struktur- und Investitionsfonds. Hinzu kommen Sponsor*innen.
Das Fabmobil trägt so zur Stärkung der ländlichen Regionen bei – und zeigt, dass die Zukunft nicht nur in den Städten liegt.
Dieser Beitrag ist erschienen in der SOZIOkultur 3/2023 Strategien